«Eine Anwendungsarchitektur ist das Aufbauschema einer Anwendung.
Die Architektur ist einerseits individuell auf eine Anwendung zugeschnitten; andererseits ist sie von einem bestimmten Typ.»
Es ist ähnlich wie beim Häuserbau: Ein Haus hat ein individuelles Gesicht und ist gleichzeitig von einer bestimmten Art, Form und Bauweise.
Die Vorteile einer Anwendungsarchitektur
Ohne verbindliche Anwendungsarchitektur lässt sich Software im Grossen gar nicht entwickeln. Denn sonst entsteht der reine Wildwuchs, ein unwartbares Software-Chaos.
Man kann es nicht wegdiskutieren: Anwendungsarchitekturen kosten am Anfang Zeit und Geld. Die Investition macht sich jedoch bezahlt:
- Sie ist die wesentliche Grundlage für Standards und Richtlinien für Entwicklung und Weiterentwicklung – für die Anwendungsevolution.
Oder noch deutlicher: ob eine Anwendung wartungsfreundlich und weiterentwicklungsfähig ist, hängt zum grössten Teil von der Architektur und den daraus abgeleiteten Standards für die Software-Implementation ab. - Eine Architektur schützt vor Fehlern, jetzt und vor allem in der Zukunft. Sie kann unsinnige oder strukturell falsche Änderungen und Erweiterungen vermeiden.
- Sie vereinfacht die Kommunikation unter den Entwicklern und den Personen, die die Anwendung pflegen und weiterentwickeln.
- Die Architektur macht Anwendungen verständlich, wartbar und erweiterungsfähig. Sie steigert die Qualität, Stabilität und Lebensdauer der Anwendungen.
- Wer sich neu in die Anwendung einarbeitet, findet sich anhand der Architektur rascher zurecht: Die Zeit für die Einarbeitung und für das Verstehen verkürzt sich. Diese macht gemäss vielen Untersuchungen rund zwei Drittel der gesamten Wartungszeit aus.
Evolutionspfad
Die Evolution vom Ist zum Soll – mit allen Übergängen und allfälligen Übergangs- und Hilfskonstrukten – muss durchgedacht, erarbeitet und geplant werden.
Werkzeuge
Es muss die Infrastruktur mit den Werkzeugen bereitgestellt werden, die dazu dienen, die Anwendungen standardisiert zu implementieren, vorhandene Bausteine wiederzuverwenden und neue zu bauen. Werkzeuge und Infrastruktur sollen die Befolgung der Architekturrichtlinien sanft, wirkungsvoll und nachhaltig erzwingen.
Die Werkzeuge und Hilfsmittel zur Umsetzung einer Architektur sind von unterschiedlicher Art: Frameworks, Generatoren, Modul-Bibliotheken, Macros usw. – immer nach dem Grundsatz: einfach anwendbar, möglichst automatisiert und dadurch automatisch kontrollierbar.
Die Ergebnisse |
Ihr Nutzen |
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Grundlage für Standards: Eine Architektur ist eine sichere Grundlage für praxisgerechte Standards. |
Längere Nutzungsdauer: Nur Anwendungen, die sich an Standards halten, lassen sich später überhaupt erneuern und migrieren. |
| Klare Architektur: Ihre Architektur ist definiert, greifbar, verständlich und kommunzierbar. Und sie lässt sich auch verwirklichen. | Einsparungen: Sie sparen Zeit und Geld, weil sich ihre (neuen) Mitarbeiter rasch in die Anwendungen einarbeiten. Die Wartungskosten sinken. Risikominderung: Sie mindern die Kosten und Risiken bei Änderungen und Erweiterungen, weil die definierte Architektur Ihnen klare Entscheidungsgrundlagen liefert. |
| Grundlage für langlebige, robuste Anwendungen: Anwendungen mit einer klaren Architektur leben länger – das weiss man heute aus Erfahrung. | Mehr Nutzen: Sie ziehen länger Nutzen aus Ihren Investitionen in Ihre Anwendungen. |

